Home / Häufig gestellten Fragen (FAQ) / FAQ – LKW Elektrifizierung
1. Warum sollte ich meine Lkw Flotte ab 2025 elektrifizieren?
Seit dem 1. Januar 2025 gelten in der Schweiz strenge CO₂ Grenzwerte für neue Zulassungen. Bei schweren Nutzfahrzeugen müssen die Importeure ihre durchschnittlichen Emissionen gegenüber den Referenzwerten 2019/2020 um 15% senken; bei Überschreitung drohen Strafzahlungen.
Wer frühzeitig auf Elektro-Lkw umsteigt, vermeidet künftige Strafzahlungen und profitiert bis 2029 von der LSVA-Befreiung, danach gelten reduzierte Tarife bis 2035.
Zudem setzen immer mehr Gemeinden auf emissionsfreie Fahrzeuge: Im Kanton Zug werden seit 2025 in der Abfallentsorgung ausschliesslich Elektro-Kehrichtwagen eingesetzt. Auch Städte wie Zürich und Thurgau elektrifizieren ihre kommunalen Flotten schrittweise.
Fazit:
Frühzeitige Elektrifizierung hilft, Kosten und Emissionen zu senken und künftige gesetzliche Anforderungen sicher zu erfüllen.
2. Welche Anreize und Förderungen gibt es für elektrische Nutzfahrzeuge in der Schweiz?
Auch ohne nationale Kaufprämien gibt es in der Schweiz weiterhin attraktive Fördermöglichkeiten.
Der Bund unterstützt über das Programm “Ladeinfrastruktur für E-Lkw“ den Aufbau privater und halböffentlicher Schnellladepunkte, bis zu 40% der Investitionskosten, bei innovativen Projekten sogar 50%. Gefördert werden Netzanschluss, Leitungen und Ladehardware.
Zusätzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Beiträge oder Steuererleichterungen: In mehreren Regionen, etwa Zürich, St. Gallen oder Genf, sind Elektrofahrzeuge bis 2026 vollständig von der Verkehrssteuer befreit. Andere, wie Thurgau oder Basel-Stadt, bezuschussen Ladeinfrastruktur direkt.
Zudem profitieren Betreiber von Elektro-Lkw bis Ende 2029 von der LSVA-Befreiung, was die Betriebskosten deutlich senkt. Da Strom nicht mineralölsteuerpflichtig ist, ergeben sich jährlich Einsparungen von bis zu 800 CHF pro Fahrzeug.
Fazit:
Mit Fördergeldern, Steuervergünstigungen und LSVA-Vorteilen lässt sich die Gesamtbetriebskosten eines Elektro-Lkw erheblich reduzieren.
3. Wie wirtschaftlich ist ein Elektro-Lkw im Vergleich zu Diesel?
Elektro-Lkw verursachen zwar höhere Anschaffungskosten, senken aber die Gesamtkosten über die Lebensdauer deutlich.
Geringere Energiepreise, weniger Wartung und die Befreiung von der LSVA bis 2029 reduzieren die Betriebskosten pro Kilometer um bis zu 20-30%.
Mit steigenden Dieselpreisen und CO₂-Abgaben verbessert sich die Wirtschaftlichkeit weiter.
Viele Schweizer Unternehmen erreichen bereits nach 4-6 Jahren den Return on Investment (ROI).
Fazit:
Elektro-Lkw sind heute nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv, besonders bei hoher Jahreslaufleistung.
4. Welche Reichweite haben ElektroLkw und wie lange dauert das Laden?
Die Reichweite hängt von Batteriekapazität, Fahrzeuggewicht und Fahrprofil ab.
Aktuelle Elektro-Lkw schaffen 400 bis 500 km mit einer Ladung. Durch Nachladen während der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen sind Tagesdistanzen von über 1.000 km möglich.
Ladezeiten:
-
-
- An DC-Schnellladern (bis 350 kW) lässt sich der Akku in 30-60 Minuten auf 80% aufladen.
- Neue Megawatt-Ladesysteme (MCS), die in der Schweiz bereits getestet werden, ermöglichen eine Ladung für rund 500 km in etwa 40 Minuten.
- Für den Depotbetrieb genügt meist eine vollständige Ladung über Nacht (8-9 Stunden).
-
Fazit:
Mit moderner Ladeinfrastruktur und intelligentem Energiemanagement sind Reichweiten und Ladezeiten heute alltagstauglich, auch für den Schwerlastverkehr.
5. Wie plane ich die Ladeinfrastruktur für meine Flotte?
Eine durchdachte Planung der Ladeinfrastruktur ist entscheidend für den wirtschaftlichen Betrieb elektrischer Lkw.
Zuerst sollte eine Netzanalyse prüfen, welche Leistung am Standort verfügbar ist und ob ein Transformator oder Batteriespeicher nötig ist. Das Bundesamt für Energie (BFE) empfiehlt, Anlagen zukunftssicher zu dimensionieren und ein intelligentes Energiemanagement zu integrieren.
Die Ladestrategie hängt vom Einsatzprofil ab:
-
-
- Für den Nahverkehr reicht meist Übernachtladen mit AC- oder DC-Ladern.
- Im Fernverkehr sind Schnelllader oder Megawatt-Ladesysteme (MCS) sinnvoll, um während der Pausen nachzuladen.
-
Empfohlen wird ein modulares, erweiterbares Konzept, das auch künftige Ladepunkte und Speicher berücksichtigt.
Zudem sollte das Personal geschult werden, das verbessert Effizienz, Reichweite und Sicherheit im Betrieb.
Fazit:
Eine gut geplante Ladeinfrastruktur senkt Betriebskosten, stabilisiert das Energiemanagement und macht Ihre Flotte zukunftssicher.
6. Wie gehe ich die Umstellung konkret an?
Viele Flottenmanager wissen nicht, womit sie beginnen sollen. Der Einstieg in die Elektromobilität gelingt mit einer klaren Strategie.
Am Anfang steht eine Bedarfsanalyse: Welche Strecken, Nutzlasten und Tageskilometer eignen sich für elektrische Fahrzeuge?
Ein Kostenvergleich hilft, das Potenzial zu bewerten, inklusive Förderungen, Energie-, Wartungs- und LSVA-Kosten. Flotten mit hoher Jahreslaufleistung erreichen meist schneller die Wirtschaftlichkeit.
Parallel sollte die Ladeinfrastruktur geplant werden: Netzanschluss, Standortbedingungen und zukünftige Erweiterungen gehören früh berücksichtigt.
Erfahrene Projektpartner können Planung, Installation und Service übernehmen und so Risiken minimieren.
Zum Schluss ist eine Schulung des Fahr- und Werkstattpersonals empfehlenswert, um Effizienz und Sicherheit im Alltag zu steigern.
Fazit:
Mit strukturiertem Vorgehen und den richtigen Partnern lässt sich die Umstellung Schritt für Schritt sicher und wirtschaftlich umsetzen.
7. Wie entwickelt sich der Schweizer Markt für ElektroLkw?
Der Markt für elektrische Nutzfahrzeuge wächst in der Schweiz dynamisch.
Im ersten Halbjahr 2025 waren bereits über 17% aller neu zugelassenen schweren Fahrzeuge (>3,5 t) vollelektrisch. Doppelt so viele wie im Vorjahr!
Dieser Trend wird durch die LSVA-Befreiung, kantonale Steuervergünstigungen und die zunehmende Verfügbarkeit von Schnellladeinfrastruktur verstärkt.
Auch in Branchen wie Bau, Recycling und Stadtlogistik steigt der Anteil elektrischer Fahrzeuge stetig.
Mit der Roadmap Elektromobilität 2025 fördert der Bund den Ausbau von Schnellladestationen entlang der Autobahnen und setzt klare Ziele für einen klimaneutralen Güterverkehr.
Die Schweiz profitiert zudem von ihrer hohen Stromverfügbarkeit und stabilen Netzinfrastruktur.
Fazit:
Die Schweiz entwickelt sich zu einem führenden Markt für Elektro-Lkw in Europa, dank stabiler Rahmenbedingungen und wachsender Nachfrage aus der Industrie.
8. Welche ESG- und Imagevorteile bietet eine elektrische Flotte?
Eine elektrische Flotte stärkt nicht nur die Nachhaltigkeit, sondern auch das Unternehmensimage.
Unternehmen, die ihre CO₂-Emissionen aktiv reduzieren, punkten bei Kunden, Investoren und Behörden und erfüllen frühzeitig Anforderungen in Ausschreibungen und ESG-Berichten.
Zudem verbessern leise und abgasfreie Fahrzeuge die Arbeitsbedingungen für Fahrer und Anwohner. Viele Betriebe berichten, dass Elektro-Lkw im täglichen Betrieb nahezu geräuschlos sind und Fahrkomfort sowie Wohlbefinden erhöhen.
Schliesslich schafft der Umstieg regulatorische Sicherheit: Mit null Emissionen sind Unternehmen den kommenden EU- und Schweizer Vorschriften voraus und vermeiden künftige Strafzahlungen.
Fazit:
Elektromobilität stärkt das ESG-Profil, die Arbeitgebermarke und das Vertrauen Ihrer Stakeholder, ein klarer Wettbewerbsvorteil für die Zukunft.