Fahrzeug mit Holzgas antreiben? – Ein Blick in die Geschichte

Holzgas

Nicht jede vermeintlich gute Idee setzt sich durch – auch nicht bei der Antriebstechnik. Benzin, Diesel, Gas, Elektromobilität… Diese Fahrzeug-Kraftstoffe gab es nicht immer. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sogar Holz, genauer gesagt Holzgas, als Kraftstoff verwendet wurde. Mehr dazu in folgendem Beitrag.

Was ist Holzgas?

Holzgas ist ein brennbares Gas, das sich aus Holz gewinnen lässt und in speziellen Holzvergasern erzeugt wird. Das Holzgas kann sowohl energetisch als auch stofflich genutzt werden.

Holzgas sollte als Kraftstoff im Zweiten Weltkrieg dem Fortbestand der persönlichen Mobilität dienen. Zu der Zeit herrschte nämlich Treibstoffmangel. Deshalb suchte man nach einer Alternative, um sich in seinen Fahrzeugen weiterhin uneingeschränkt fortbewegen zu können.

Geschichte des Holzvergasers

Fahrzeuge mit Holzgasantrieb hatten in den 1940er Jahren ihren Boom. Aufgrund von Treibstoffmangel im zweiten Weltkrieg begann man in Eigenregie seine Fahrzeuge mit Holzvergasern auszustatten. Diese wurden entweder an die Karosserie oder an einen Anhänger angebracht.

Um die ganzen Fahrzeuge mit genügend Holz zu versorgen, wurden in Deutschland spezielle Depots (Holztankstellen) in entsprechender Qualität gebaut. Um die Tausend Holztankstellen soll es im deutschen Reich gegeben haben.

Wie funktioniert ein Motor mit Holzvergaser?

In einem speziellen Kessel werden Holzstücke so stark erhitzt, dass ein brennbares Gas frei wird. Dieses wird dann im Motor verbrannt, weiter raffiniert und zu flüssigem Kraftstoff verarbeitet. Damit wird dann das Auto oder Motorrad angetrieben.

Welches Holz eignet sich für Holzgas?

Man sollte lufttrockenes Holz in kleinen Größen verwenden. Holz gilt dann als lufttrocken, wenn es nach dem Fällen und Schneiden mindestens 2 Jahre überdacht gelagert wurde. Am besten eignen sich Buchenscheiten, da Buchenholz für Holzkohlenbildung optimal ist. Die Holzscheiten dürfen keinesfalls Fremdkörper wie Mörtel oder Nägel aufweisen. Säge- und Hobelspäne oder morsches Holz sind ebenfalls ungeeignet.

Fahrbetrieb mit Holzgas

Das Fahren gestaltet sich mit Holzgas anders, da hierbei der Motor stets auf hoher Drehzahl gehalten wird. Man sollte also immer frühzeitig schalten, um den Motor nicht zu beschädigen. Außerdem muss man immer wieder die Einstellung der Luftdrosselklappe prüfen.

Die Fahrleistung lässt sich nur bei korrekter Gemischeinstellung komplett ausschöpfen. Dabei muss die richtige Luftmenge gefunden werden. Zuviel Luft beeinträchtigt die Leistung des Motors. Zu wenig Luft hingegen sorgt für einen starken Anstieg des Holzverbrauches, was ebenfalls in weniger Motorleistung mündet.

Holzgas Antrieb – Heute kaum vorstellbar

Mit Holzvergasern wollte man im zweiten Weltkrieg den Treibstoffmangel überbrücken. Auch heute basteln viele Hobby-Mechanikern an Fahrzeugen mit Holzgas Antrieb. Diese Technik ist jedoch für heutige Verkehrsverhältnisse nicht alltagstauglich, weswegen solche Fahrzeuge nicht zum Verkauf stehen und moderne Tankstellen und Tankautomaten das nicht anbieten.

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