Ersatzreifen vs. Notrad – Die wichtigsten Unterschiede

Ersatzrad

Der klassische Ersatzreifen

Bei einem Ersatzreifen (oder Ersatzrad) handelt es sich um ein vollwertiges Rad, wie jene, die bereits am Fahrzeug angebracht sind. Nach Montage beeinträchtigt es das Erscheinungsbild Ihres Pkw nicht. Außerdem bietet es nach einer Reifenpanne uneingeschränkte Mobilität. Sie müssen weder langsamer fahren noch eine Werkstatt aufsuchen. Ein Ersatzreifen ist aber sehr schwer und verbraucht viel Platz. Befindet es sich im Kofferraum, werden auf 100.000 Kilometer etwa 60 Liter Kraftstoff zusätzlich verbraucht. Es ist auch schwer diesen aus dem Kofferraum zu bekommen und ihn auf die Achse zu wuchten.

Das Notrad

Ein Notrad (auch Reserverad) ist ein preiswertes, kleines, schmales Rad, das speziell dazu gefertigt wurde nach einer Panne die Weiterfahrt zu ermöglichen. Das Notrad wird bei den meisten Fahrzeugen in einer speziellen Mulde im Kofferraum mitgeführt. Mit dem Notrad können und dürfen nur eine relativ kurze Strecken mit einer begrenzten Geschwindigkeit gefahren werden. Maximal zulässig sind 80 km/h. Wenn Sie eine Werkstatt erreicht haben, sollten Sie dort das Notrad gegen einen klassischen Autoreifen bzw. vollwertigen Ersatzreifen austauschen. Da das Notrad kleiner ist, muss hier der Reifendruck deutlich höher ausfallen, in der Regel über 4 bar. Da das Notrad sehr lange im Kofferraum lagert, sollten Sie den Reifendruck regelmäßig prüfen und bei Bedarf angleichen, sodass Sie den Reifen im Notfall gleich verwenden können.

So verhalten Sie sich bei einem geplatzten Reifen richtig

Bremsen Sie bitte keinesfalls abrupt ab, wenn Sie bemerken, dass ein Reifen geplatzt ist. Bleiben Sie ruhig und fahren Sie den Wagen mit eingeschaltetem Warnblinker auf den Standstreifen oder einen anderen möglichst sicheren Standplatz. Wenn Sie Mitfahrer dabei haben, lassen sie diese zur Fahrbahn abgewandten Seite aussteigen. Sie und Ihre Mitfahrer sollten eine Warnweste anziehen und ein Warndreieck ca. 150 m hinter dem Fahrzeug aufstellen. Falls Ihr Auto in einer Kurve steht sollten Sie das Warndreieck bereits vor Beginn der Kurve gut sichtbar platzieren.

Ersatzreifen/Notrad wechseln – so geht’s

Ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie den ersten Gang ein bzw. stellen Sie bei einem Automatikfahrzeug den Hebel auf P.
Lesen Sie im Fahrzeughandbuch nach, wo der Wagenheber untergebracht ist und ob ein Notrad bzw. ein Ersatzreifen vorhanden ist.
Legen Sie Werkzeug und Reifen bereit.
Sofern eine Radkappe vorhanden ist, hebeln Sie diese mit dem spitzen Ende des Radmutternschlüssels ab.
Lösen Sie die Radmutter vorerst nur eine halbe Umdrehung.
Setzen Sie den Wagenheber an. Beachten Sie dabei die Hinweise auf dem Aufkleber.
Heben Sie den PKW an, bis die passende Höhe erreicht ist, um Ersatzreifen bzw. Notrad zu montieren.
Schrauben Sie die Radmuttern komplett ab.
Entfernen Sie den beschädigten Reifen.
Setzen Sie jetzt das neue Rad auf und ziehen Sie die Radmuttern handfest an.
Lassen Sie den Wagen wieder herab.
Ziehen Sie die Radmuttern über Kreuz nochmal nach.
Verstauen Sie die genutzten Werkzeuge und den kaputten Reifen wieder im Fahrzeug und sammeln Sie das Warndreieck ein.
Suchen Sie eine Tankstelle auf, um den Luftdruck zu prüfen (meist bei den Zapfsäulen).
Bei einem Notrad sollte Sie sich nun schnellstmöglich auf den Weg zur nächsten Werkstatt machen, um einen vollwertigen Reifen anzubringen.

Ersatzreifen vs. Notrad – Fazit

Ein Ersatzrad ist ein vollwertiges Rad, das Sie nach einer Panne anbringen können und dann nichts weiter zu beachten haben. Das Notrad ist hingegen verhältnismäßig schmaler und kleiner. Es soll lediglich die Weiterfahrt zur nächsten Werkstatt ermöglichen. Prüfen Sie sowohl beim Ersatzreifen als auch beim Notrad regelmäßig den Luftdruck und passen Sie diesen ggf. an, damit Sie nach einer Reifenpanne Ihre Fahrt reibungslos fortsetzen können.

© Tkyszk – stock.adobe.com