Wie wird Benzin hergestellt?

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Es gehört zum Alltag eines jeden Autofahrers regelmäßig an den Zapfsäulen Kraftstoff nachzufüllen. Wie Benzin genau hergestellt wird, erklären wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Woraus besteht Benzin?

Benzin wird hauptsächlich aus veredelten Komponenten der Erdölraffination hergestellt. Es ist ein flüssiges Gemisch, dass sich aus etwa 150 verschiedenen, überwiegend leichten, Kohlenwasserstoffen zusammensetzt.

Weitere Bestandteile des klassischen Benzins sind:

  • verschiedene Kohlenwasserstoffe
  • verschiedene Ether
  • Phenole (gegen Benzinalterung)
  • Alkohole (gegen Einspritzvereisung)
  • Komplexbildner (verhindern, dass freie Metallionen im Benzin vorkommen)
  • Amine (Korrosionsschutz)

Wie wird Benzin hergestellt?

Um Benzin herzustellen, wird Erdöl benötigt. Dabei handelt es sich um ein natürlich in der oberen Erdkruste vorkommendes Stoffgemisch. Es besteht größtenteils aus Kohlenwasserstoffen und ist durch Umwandlungsprozesse organischer Stoffe entstanden. Erdöl kann eine gelbliche bis schwarze Farbe aufweisen.

Um daraus Benzin herzustellen, muss das Erdöl drei Schritte durchlaufen.

Destillation
Im ersten Verfahren, der Destillation, trennen sich aus dem Erdöl die verschiedenen Produkte auf Grund ihrer unterschiedlichen Siedetemperaturen voneinander. So erhält man Gase, Rohkraftstoffe, Rohheizöle und Schmierstoffe mit unterschiedlichen Flüssigkeitsgrad.
Dazu muss das Erdöl auf extreme Temperaturen erhitzt werden. Das geschieht stufenweise. Jede Temperatur muss für eine bestimmte Zeitspanne gehalten werden. Ein Teil des Erdöls wird aufgrund der Hitzeeinwirkung zu Gas umgewandelt, das aufsteigt und dann als Kondensat abgefangen wird. Je nach Siedetemperatur beinhaltet das Kondensat verschiedene Kohlenstoffketten, welche den späteren Brennwert beeinflussen. So wird beispielsweise zwischen normalem Benzin und Superbenzin unterschieden. Den natürlichen Bestandteilen des Rohöls werden zusätzlich chemische Stoffe beigemischt, die je nach Kraftstoffart unterschiedliche Funktionen erfüllen. Beispielsweise verbessern diese die Kaltstarteigenschaften oder reinigen das Ansaugsystem.

Konversion
Im zweiten Schritt, der Konversion (Umwandlung), werden durch verschiedene Verfahren die Formen und Größen der Moleküle verändert.

Nachbehandlung
In der Nachbehandlung werden die noch halbfertigen Zwischenprodukte veredelt und an geltende Umweltschutzauflagen angepasst. Beispielsweise entzieht man dem Benzin und Kerosin die unerwünschten Schwefelanteile.

Benzin selbst herstellen?

Benzin herzustellen, ist ein komplexer Prozess, der nur in dafür spezialisierten Raffinerien von Fachpersonal ausgeführt werden kann und darf. Um Benzin mit hohem Reinheitsgrad herzustellen, bedarf es einen enormen Aufwand. Zudem ist zu berücksichtigen, dass man enorme Mengen an Rohöl erhalten und lagern muss. Außerdem muss auch viel Energie aufgebracht werden, sodass es sich auch aus verschiedenen Aspekten nicht lohnen würde Benzin selbst herzustellen.

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